Quantitative Bestimmung von fäkalem Calprotectin - Methodenumstellung

Labor- und Fachinformationen
|   Gastroenterologische Diagnostik

zum 13.05.19 wird in unserem Labor der bisherige ELISA-Test zur Bestimmung von fäkalem Calprotectin durch einen moderneren in-vitro-diagnostischen Chemilumineszenz-Immunoassay (CLIA) ersetzt.

Wozu dient die Bestimmung fäkalen Calprotectins?
Fäkales Calprotectin ist ein neutrophiles Protein und dient als unterstützender Marker zur Beurteilung der Entzündungsaktivität der Darmschleimhaut. Daher hat es sich insbesondere zur Diagnose von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie zur Differenzierung zwischen CED und Reizdarmsyndrom (RDS) etabliert. Darüber hinaus kann es auch zur Unterstützung der Therapiekontrolle entzündlicher Darmerkrankungen verwendet werden.

Welche Vorteile bietet der CLIA-Test gegenüber dem bisherigen ELISA-Test?
Der neue CLIA-Test zeichnet sich durch eine standardisierte und zudem deutlich schnellere Abarbeitungszeit, sowie durch eine höhere Genauigkeit und Reproduzierbarkeit aus.

Wie sind die Ergebnisse des neuen CLIA-Tests zu interpretieren?
Calprotectinwerte < 50 μg/g Stuhl schließen eine Entzündung des Gastrointestinal (GI)-Traktes weitgehend aus. Im Gegensatz dazu weisen erhöhte Calprotectinwerte (> 50 μg/g) auf eine organische, entzündliche Erkrankung des GI-Traktes hin. Dieser für Erwachsene empfohlene Cut-off Wert kann auch für Kinder ab 4 Jahren verwendet werden. Aufgrund der nunmehr standardisierten Abarbeitung und der höheren Sensitivität und Spezifität des neu verwendeten Chemilumineszenz-Immunoassays entfällt der bisher angewandte Graubereich.

Was ist noch zu beachten?<br /> Es besteht potentiell die Möglichkeit, dass es bei der Messung blutiger Stühle zu erhöhten Calprotectin-Testergebnissen kommt. Zudem können flüssige oder sehr feste Stühle fehlerhafte Testergebnisse verursachen. Ist das eingesandte Probenmaterial in dieser Hinsicht auffällig, weisen wir Sie auf dem Befund jedoch darauf hin, so dass Sie die Testergebnisse dahingehend interpretieren können. Kinder unter 4 Jahren und Patienten, die mit NSAID behandelt werden, können ebenfalls erhöhte Konzentrationen von fäkalem Calprotectin aufweisen, ohne dass eine organische Erkrankung des GI-Traktes vorliegt.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so stehen wir Ihnen gern telefonisch unter Tel. 0351-31406100 sowie per Mail an info@labor-ostsachsen.de zur Verfügung.