Autoantikörper gegen Phospholipase-A2-Rezeptor-1 ein serologischer Marker für die primäre membranöse Nephropathie

Labor- und Fachinformationen
|   Rheumatologische und Autoimmundiagnostik

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

die häufigste Ursache des Nephrotischen Syndroms im Erwachsenenalter ist die primäre membranöse Nephropathie. Hierbei kommt es zur Ablagerung von Immunkomplexen zwischen Podozyten und der Basalmembran, was i.d.R. zu deren Verdickung führt. Während die sekundäre membranöse Nephropathie auf andere Grunderkrankungen (wie z.B. Infektionserkrankungen, Tumore und andere Autoimmunerkrankungen) zurückgeführt werden kann, ist die primäre membranöse Nephropathie = membranöse Glomerulonephritis
(MGN) eine nierenspezifische idiopathische Erkrankung.
2009 wurde von Beck et al. beschrieben, dass dabei insbesondere das Zielantigen Phospholipase A2-Rezeptor-1 Ausgangspunkt für die Bildung von Autoantikörpern ist. Da die Therapie davon abhängt, ob eine primäre oder sekundäre Nephropathie vorliegt, wird die Diagnose bisher standardmäßig mit einer Nierenbiopsie gestellt. Für die Bestimmung der Anti-Phospholipase A2-Rezeptor-1 Antikörper stehen seit einiger Zeit nicht invasive Tests für die Differenzialdiagnostik der MGN zur Verfügung und können die Entscheidung für oder gegen eine Biopsie unterstützen. So ist der Nachweis dieser Antikörper spezifisch für das Vorliegen einer autoimmunen MGN. Darüber hinaus bietet jetzt die quantitative Bestimmung der Anti-Phospholipase-A2 Rezeptor-1 IgG-Antikörper (mit einem ELISA) die Möglichkeit, die Krankheitsaktivität anhand des Titerverlaufs einzuschätzen und die Therapie zu optimieren.

Material
Serum


Abrechnung

EBM (32505):9,50€GOÄ (3877)1-fach: 26,23€

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen
Ihr Medizinisches Labor Ostsachsen