Informationen zu Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19

Auf dieser Themenseite stellen wir den Ärzten und Praxisteams relevante Informationen zum Thema SARS-CoV-2 bzw. CoViD19 zur Verfügung.

Wir versuchen, diese Seite aktuell zu halten, was sich jedoch aufgrund der sich nahezu täglich ändernden Regelungen bzw. Vorgaben und Verordnungen - v.a. bezüglich der Abrechnung - schwierig gestaltet. 

Tests auf SARS-CoV-2 im Medizinischen Labor Ostsachsen

SARS-CoV-2-Abstrich (PCR)

Bislang hatten Versicherte grundsätzlich nur Anspruch auf einen Test auf SARS-CoV-2, wenn sie COVID-19 assoziierte Symptome hatten, die auf eine Erkrankung hindeuten. Jetzt werden in bestimmten Fällen auch die Kosten für Tests bei Personen, die keine Symptome haben, übernommen. Dies sieht eine entsprechende Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit vor, die kürzlich in Kraft getreten ist.
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV

Im Detail ergeben sich nun vier mögliche Testszenarien für Vertragsärzte, die sich unter anderem in der Abrechnung und Dokumentation unterscheiden.

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen an die Praxis, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, veranlasst der Vertragsarzt eine Laboruntersuchung., sofern er dies für begründet hält. Dabei orientiert er sich an den Testkriterien des RKI: RKI-Fluss-Schema.

  • Abrechnung gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Die Abrechnung erfolgt über den EBM: Der Abstrich ist Teil der Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale. Der PCR-Test wird mit der GOP 32816 (59,00 Euro, ab 1. Juli 39,40 Euro) abgerechnet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Abrechnung private Krankenversicherung (PKV): Die Abrechnung erfolgt anhand der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte unter "Abrechnung bei IGeL und Privatpatienten".

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV

 

Eine Person, die über die Corona-Warn-App die Information erhält, dass sie möglicherweise Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann sich an eine Vertragsarztpraxis wenden. Der Arzt veranlasst gegebenenfalls einen PCR-Test auf SARS-CoV-2. 

  • Abrechnung:
    • Die Abstrichnahme wird mit 10 Euro (GOP 02402) vergütet, hinzu kommt die Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale. 
    • Bei Verwendung der GOP 02402 aufgrund der Warnung durch die Corona-Warn-App darf die Pandemieziffer GOP 88240 nicht angesetzt werden.
    • Vielmehr wurde die Laborleistung in den Ziffernkranz der Ausnahmekennnummer 32006 (Erkrankungen mit gesetzlicher Meldepflicht) aufgenommen. In der Abrechnung sollten Vertragsärzte, die die Leistung beauftragt haben, immer die Pseudo-GOP 32006 angeben, damit die Leistung nicht bei der Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus berücksichtigt wird.
       
  • Beauftragung der Laborleistung: Für die Beauftragung der Laborleistung wird es demnächst einen neuen Vordruck Muster 10 C geben. Bis zu dessen Bereitstellung verwenden Ärzte das Muster 10 und geben im Feld „Auftrag“ explizit die Laborpauschale 32811 an.
     
  • Kodierung:
    • Als Kode gibt der Arzt bei Abstrichentnahme den Kode U99.0! G – Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2 – zusammen mit dem ICD-Kode Z11 G – Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten – an.
    • Die weitere Kodierung ist vom Testergebnis abhängig. Bei negativem Testergebnis bleibt die genannte Kodierung erhalten. Bei positivem Testergebnis ist wie gehabt U07.1 G (COVID-19, Virus nachgewiesen) zusammen mit Z22.8 G (Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten) zu kodieren. 
    • Zusätzlich kann Z20.8 G (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) angegeben werden, um abzubilden, dass es sich um eine Kontaktperson handelt.
       
  • AU-Bescheinigung: Der Nutzer erhält mit der Warnung „erhöhtes Risiko“ die Empfehlung, soziale Kontakte zu reduzieren. Ob er sich in Quarantäne begeben muss, legt das Gesundheitsamt fest. Die Entscheidung über eine Krankschreibung trifft der behandelnde Arzt.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV

Durch die neue Rechtsverordnung des BMG sind auch Reihentests in Kitas, Schulen, Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen (wie z. B. Krankenhäuser, Arztpraxen, Dialyseinrichtungen etc.) möglich, wenn in der jeweiligen Einrichtung ein Fall aufgetreten ist. In Pflegeheimen und Pflegediensten kann auch unabhängig von aufgetretenen Fällen getestet werden. 

Ob so ein Reihentest durchgeführt wird, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Der öffentliche Gesundheitsdienst hat dabei die Möglichkeit, Vertragsärzte mit der Abstrichentnahme und der Laboruntersuchung zu beauftragen. Ohne eine Beauftragung dürfen diese Untersuchungen nicht durchgeführt werden.

Entsprechende Details, auch zur Abrechnung, werden derzeit noch zwischen den beteiligten Verbänden festgelegt. 

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV

Ab 1. Juni können sich in Sachsen tätige Lehrkräfte ohne Symptomatik auf das neuartige Coronavirus bis zu einmal wöchentlich testen lassen. Der Freistaat Sachsen (Landesamt für Schule und Bildung, LaSuB) übernimmt die Kosten für den Test.

Zur Entnahme des Abstrichs haben die Lehrer einen Termin bei ihrem Arzt (primär bei ihrem Hausarzt bzw. HNO-Arzt) zu vereinbaren und diesem eine Beauftragung vorzulegen, die auch für Folgetestungen gültig ist. Auf der Rückseite der Beauftragung finden Sie dann noch einmal die Hinweise zur Abrechnung.

Es ist ein Abrechnungsschein für den Sonderkostenträger LaSuB (VKNR 98887 bzw. IK 100098887) anzulegen und für die Abstrichabnahme die Abrechnungsziffer 99135 (Bewertung in Höhe von 25 Euro je Patient, je Naso- und/oder Oropharynx-Abstrich) anzusetzen. Als ICD-Code kann „Z20.8" (Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) verwendet werden.

Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung und wird nicht auf eventuelle Ausgleichszahlungen im Rahmen des Not-HVM angerechnet.

Zur Untersuchung des Probenmaterials ist ein üblicher Laborüberweisungs/-anforderungsschein (Muster 10) auf den Kostenträger 98887 auszustellen. Mittels dieses Zielauftrages kann der Auftrag nehmende Arzt die Leistungen gegenüber der jeweils zuständigen KV gemäß EBM abrechnen. (Sollte es sich um ein außersächsisches Labor handeln, ist der genannte Kostenträger vom Labor selbst anzulegen.)

Von einzelnen Ärzten wurde uns bereits mitgeteilt, dass Bedenken zur Abstrichentnahme wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr bestehen. Bei den freiwilligen Testungen ist jedoch grundsätzlich davon auszugehen, dass die Lehrkräfte gesund sind. Insofern dürften die bei einem Abstrich üblicherweise anzuwendenden Hygienemaßnahmen (Handschuhe, Maske, Brille/Visier) ausreichen. Deshalb sollte es bei Vorhandensein der erforderlichen Schutzausrüstung keinen Grund geben, den Abstrich bei Lehrkräften nicht vorzunehmen.

Quelle: KV Sachsen

Für Patienten, die den Nachweis auf SARS-CoV-2 außerhalb der o. g. Indikationen im Rahmen einer individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen, erfolgt die Abrechnung wie angegeben.

ParameterPreis
SARS-CoV-2-RNA (rt-PCR)59,- €

 

Für Patienten, die in der privaten Krankenversicherung PKV versichert sind UND die nicht in die Regelung für Lehrkräfte bzw. die vom öffentlichen Gesundheitsdienst angeordneten Untersuchungen fallen, erfolgt die Rechnungslegung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). 

ParameterGOPPreis (1,15fach)
SARS-CoV-2-RNA (rt-PCR)4780, 4782, 4783, 4785147,46 €

ELISA-Test auf SARS-CoV-2 IgG- und IgA-Antikörper

Mit dem bisherigen Test auf Basis der Polymerasekettenreaktion (PCR) lassen sich nur aktive Infektionen erkennen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass viele Infektionen nicht bemerkt werden, weil der Verlauf asymptomatisch ist oder die Symptome als Zeichen einer anderen Erkrankung gedeutet werden. 

Zum Nachweis der Immunreaktion führen wir einen ELISA-Test auf SARS-CoV-2 IgG- und IgA-Antikörper durch. Die IgG-Antikörper sind in der Regel etwa 14 bis 21 Tage nach Krankheitsbeginn nachweisbar. Ein positiver Nachweis von IgG-Antikörpern deutet auf eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2 hin. 

Folgend geben wir Ihnen Hinweise zu Testung und Abrechnung bezüglich der SARS-CoV-2-Antikörperteste.

Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Dennoch sollte der direkte Erregernachweis im Vordergrund stehen.

Mit den derzeit am Markt befindlichen Antikörpernachweisen kann bei einmaliger Untersuchung nicht ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.

Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder ein deutlicher Titeranstieg für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden, kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen.

Nachweis einer Serokonversion oder eines Titeranstiegs

Hierzu sind zwei Blutproben im Abstand von 7 bis 14 Tagen erforderlich. Die zweite Probe sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt entnommen werden und muss im Hinblick auf die Feststellung signifikanter Veränderungen in demselben Labor / mit demselben Test untersucht werden.

Das Blut wird auf Gesamt- oder spezifisch auf IgG-Antikörper untersucht. IgA- und IgM-Antikörper-Bestimmungen weisen eine deutlich niedrigere Spezifität auf und sollten deswegen nicht durchgeführt werden.

Bei der Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss im Rahmen des laborärztlichen Befundes Folgendes berücksichtigt werden:

  • Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests
  • Ergebnis einer gegebenenfalls durchgeführten Voruntersuchung
  • anamnestische Angaben

Auch indirekter Erregernachweis meldepflichtig

Meldepflichtig sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Der veranlassende Arzt und auch der Laborarzt müssen die Infektion – wie bei einem PCR-Test – namentlich dem Gesundheitsamt melden.

Hinweise zur Abrechnung

Der veranlassende Arzt und der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der Ziffer 88240; so werden alle Leistungen extrabudgetär honoriert. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der Gebührenordnungsposition 32641 berechnungsfähig.

Eine Testung ohne direkten Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik ist keine vertragsärztliche Leistung. Aussagen zu einer bestehenden Immunität sind aus den Untersuchungsergebnissen gegenwärtig noch nicht sicher abzuleiten.

Schnellteste können nicht abgerechnet werden.

Die Ärzte, die Antikörper untersuchen, sollten an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV

Die Abrechnung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ):

ParameterGOPIGeL (1,0fach)Privat (1,15fach)
SARS-CoV-2-IgG429120,40 €23,46 €
SARS-CoV-2-IgA429120,40 €23,46 €

 

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