Lipoprotein (a)

Analysenverzeichnis
Parameter
MaterialAbnahmehinweise

0,5 ml Serum

  • 48 Stunden vor Probennahme keine schweren körperlichen Arbeiten, kein Alkohol, Absetzen von Medikamenten (insbes. Lipidsenker).
  • 24 Stunden vor Probennahme zusätzlich Vermeidung kalorischer Exzesse.
  • 12 Stunden vor Probennahme Beginn einer Nüchternperiode.
  • Anzuraten sind mindestens 2 Bestimmungen in aufeinanderfolgenden Quartalen.
Referenzbereich
< 75nmol/l
Methode

immunologischer Trübungstest

Hinweise
Beschreibung:
  • Lp(a) ist ein genetisch kontrolliertes, in geringen Konzentrationen beim Gesunden vorkommendes Lipoprotein (genetische Variante des LDL dessen Apo B100 mit Apolipoprotein(a) verbunden ist)  mit elektrophoretischer ß- oder prä-ß-Mobilität.
  • Es ist ein unabhängiger Risikofaktor bei der Entstehung arteriosklerotischer Plaques (Infolge seiner Strukturhomologie zum Plasminogen beeinflußt Lp(a) die Fibrinolyse und stimuliert analog Fibrinogen die Bildung atheromatöser Gefäßverengungen).
  • Die Lp(a)-Konzentration kann durch Diät nicht und durch Lipidsenker nur wenig beeinflußt werden. Von allen bisher untersuchten Lipidsenkern senkt Niacin die Lp(a)-Konzentration am wirksamsten. Bei hochgradigen Lp(a)-ämien, KHK oder arterieller Verschlußkrankheit ist  eine Lp(a)-Apherese zu erwägen.
 
Ergänzende Untersuchungen:
  • siehe Arteriosklerosemarker
  • zur DD: TSH, Albumin im Serum, Eiweiß-Elektrophorese (Harn), Nüchternglucose, HbA1C.
 
Klinische Bedeutung, Indikation

Indikation:
  • Lp(a) sollte bei einer familiären Vorgeschichte mit erhöhten Lp(a) Werten und/oder bei in jungen Jahren auftretenden Herzkranzgefäßerkrankungen untersucht werden. Sinnvoll ist die Untersuchung auch bei einem 10-Jahres-Gesamtrisiko von 10-20% und/oder bestehender Herzerkrankung bei nicht oder nur leicht erhöhten Cholesterinkonzentrationen (LDL-Cholesterin).
 
Werte erhöht:
  • Primäre Ursache: Genetisch bedingte Arteriosklerose, Herzinfarkt-Patienten in der akuten Phase.
  • Sekundäre Ursache: Nephrotisches Syndrom, Urämiker unter Hämodialyse, schlecht eingestellter Diabetes mellitus, Hypothyreose, Schwangerschaft.
  • Falsch erhöhte Werte: Triglyceridwerte > 5,20 mmol/l
 
Werte erniedrigt:
  • Hyperthyreose; Therapie mit Östrogenen, Niacin und Neomycin; Medikamente wie Isoniazid, Anabolika,
 
Diagnostische Hinweise:
  • Bei Werten >75 nmol/l zeigt sich ein 2-fach erhöhtes, bei gleichzeitiger LDL-Erhöhung ein bis zu 6-fach erhöhtes Risiko (Cons. P. EAS 2010).
 

 

Stand vom: 02.10.2017