Hepatitis-C-Virus (Erregernachweis molekularbiologisch)

Analysenverzeichnis
Parameter
Untersuchung wird im Labor Dresden erbracht.
Nicht akkreditierter Parameter.
MaterialAbnahmehinweise

3 ml EDTA-Blut oder

10 ml Vollblut

  • Bitte unbedingt ein separates Blutröhrchen einsenden und mit HCV-PCR beschriften, um Kontaminationen zu vermeiden.
Referenzbereich

negativ

Methode

RT-PCR (Reverse-Transkriptase-PCR),

QRT-PCR (quantitative RT-PCR)

Hinweise

Beschreibung:
  • Qualitative und quantitative Bestimmung möglich. Der HCV-RNA-Nachweis erfasst komplette infektiöse Viruspartikel.
 
Ergänzende Untersuchungen:
  • Nach positivem qualitativen Nachweis sind die Viruslast (quantitativer Nachweis) sowie  Hepatitis-C-Virus (Genotyp) zu bestimmen.
 

Klinische Bedeutung, Indikation

Indikation:
  • Nachweis von Hepatitis-C-Antikörpern. Infektionsverdacht nach Transfusionen, Transplantationen, Risikoaufenthalten in Endemiegebieten, gemeinsamer Nutzung von Drogenbestecks, ungeschütztem Verkehr mit Infizierten.
 
Bewertung:
  • Ein positives Resultat korreliert mit einem floriden Geschehen. Die Person ist infektiös für Dritte.
  • Ein positiver Erregernachweis kann bei fehlendem Antikörper auf eine relativ frische Infektion hindeuten oder eine verzögerte Antikörperbildung durch Immunsuppression (auch durch HIV) anzeigen.
  • Die Serokonversion beginnt frühestens 4-6 Wochen nach Infektion, in der Regel dauert sie 2-6 Monate. Längere Zeiträume bis zum Nachweis von Antikörpern sind in Einzelfällen bekannt.
 
Diagnostische Hinweise:
  • Das erst 1989 entdeckte HCV-Virus (früher als non-A-non-B-Hepatitis bezeichnet) ist ein Flavivirion mit einsträngigem RNA-Genom. Die Durchseuchung der Weltbevölkerung wird mit 3%, die Durchseuchung in Deutschland mit 0,4% angegeben. Der HCV-RNA-Nachweis ist der einzige Marker für die akute und chronische Hepatitis C. Neben akuten Geschehen  werden 40-60(-80)% chronische Infektionen beobachtet (vgl. Hepatitis B: 5-10% chronische Erkrankungen). Das klinische Bild reicht von unauffällig bis zu ständiger Abgeschlagenheit. Ikterus wird nur bei etwa einem Viertel der Erkrankungen beobachtet. Unbehandelt kommt es nach Jahren bei etwa 20% der Infizierten zu einem zirrhotischen Leberumbau.
  • Positive Befunde sind meldepflichtig, soweit es sich nicht um eine bekannte chronische Infektion handelt.
 
 

Stand vom: 24.02.2016