UPDATE: Lipoprotein(a) Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen und Aortenklappenstenose

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Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, sehr geehrtes Praxisteam,
die Prävalenz der kardiovaskulären (CV) Erkrankungen und der Atherosklerose nimmt kontinuierlich zu. Dies erfordert eine ständige Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Patienten. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf das Lipoprotein(a) (Lp(a)) als Risikomarker für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD) und Aortenklappenstenose lenken.


Bereits die ESC/EAS-Leitlinie zum Management der Dyslipidämien 2019 empfahl Lp(a) bei jedem Erwachsenen mindestens einmal im Leben zu bestimmen, um Risikopersonen mit hohem Lp(a)-Spiegel zu identifizieren. Das fokussierte Update 2025 gibt nun an, dass bereits ab einem Lp(a)-Wert von 62 nmol/l das kardiovaskuläre Risiko ansteigt und ab 105 nmol/l klinische Relevanz besteht. Höhere Lp(a)-Werte sind mit stärkerem Anstieg des CV - Risikos assoziiert.

Der Lipoprotein(a)-Spiegel ist zu über 90 % genetisch determiniert und wird durch Lebensstilfaktoren kaum beeinflusst. Seine Zusammensetzung aus Apolipoprotein B-100 und Apolipoprotein(a) verleiht ihm proatherogene, prothrombotische und proinflammatorische Eigenschaften.


Die Lp(a)-Bestimmung trägt zur besseren Risikoeinschätzung bei Patienten mit mittlerem CV-Risiko bei. Laut Studien kann ein Lp(a) - Wert >99 nmol/l bis zu 23 % der Erstinfarktereignisse korrekt neu klassifizieren. Bei Personen mit mittlerem 10-Jahres-Risiko für Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit verbessert die Berücksichtigung hoher Lp(a)-Werte die Risikovorhersage.


Mit freundlichen kollegialen Grüßen,

Ihre Medizinisches Labor Ostsachsen MVZ eGbR und Medizinisches Labor Westsachsen MVZ GbR