Analysenverzeichnis Niederlassungen

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Ärztlicher Leiter:
Prof. Dr. med. habil. Thomas Luther

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Sprechzeiten: Mo.-Fr. von 08:00-18:00 Uhr
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Tel.: 03581 66 93 122 (Diensthabender Arzt)
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Fachinformationen

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10.04.2017    Labornews 04 - 2017

Kurzinformation zu Interferenzen von Daratumumab (Darzalex®) bei Laboruntersuchungen

Hintergrund:

Daratumumab ist ein antitumoraler und selektiv zytotoxischer Wirkstoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper, der zur Behandlung von Patienten mit einem multiplen Myelom eingesetzt wird. Die Effekte beruhen auf der Bindung an das Glykoprotein CD38, welches auf den malignen Zellen überexprimiert wird. Dies führt zu einer Zerstörung der entsprechenden Zellen. Das Arzneimittel wird als intravenöse Infusion verabreicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Infusionsreaktionen, Müdigkeit, Übelkeit, Rückenschmerzen, Fieber, Husten, Infektionen der oberen Atemwege, Anämie, Neutropenie und Thrombozytopenie. Darüber hinaus sind Interferenzen mit labormedizinischen Untersuchungen beobachtet worden.

Interferenzen mit indirektem Antihumanglobulintest (Antikörpersuchtest):

Da Daratumumab auch an CD38 exprimierende Erythrozyten bindet, kann dies bis zu 6 Monate nach der letzten therapeutischen Gabe in entsprechenden Testsystemen die Erkennung von Antikörpern gegen Minor-Antigene im Serum des Patienten simulieren und zu einem positiven indirekten Coombs-Test führen. Es zeigen sich u.a. Interferenzen mit Antikörpersuchtesten, Antikörperdifferenzierung und Kreuzproben. Blutgruppen- und Rhesusfaktor-Bestimmungen werden nach bisherigen Erkenntnissen nicht beeinflusst.

Daher sollte bei Patienten vor Beginn der Behandlung eine umfassende Bestimmung transfusionsrelevanter Blutgruppen erfolgen bzw. vor einer geplanten Transfusion der Blutspendedienst über die Therapie mit Daratumumab informiert werden, um die möglichst rasche Freigabe kompatibler Erythrozytenkonzentrate zu ermöglichen.

Interferenzen mit Serumproteinelektrophorese und Immunfixation:

Daratumumab ist ein humaner monoklonaler IgG1-Kappa-Antikörper der sowohl durch die Serum-Proteinelektrophorese (SPE) als auch durch Immunfixations-Assay (IFE) detektiert werden kann. Dies kann daher zu falsch positiven Ergebnissen der SPE und IFE bei Patienten mit IgG-Kappa-Myelomprotein führen. Dadurch kann die Bewertung des vollständigen Ansprechens und der Krankheitsprogression beeinflusst werden.
Wir bitten daher höflichst um Angabe der Therapie mit Daratumumab (Darzalex®) bei Anforderung dieser Laboruntersuchungen.

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